Dein Körper ist wie ein Geschichtsbuch.

Von eigenen Erfahrungen, Familien- und Ahnenthemen und Geschichten, die lange vor uns begonnen haben.
Guten Morgen Du wundervolle Seele,
in der letzten Zeit hat mich ein Gedanke sehr bewegt.
Vielleicht, weil ich in meiner Arbeit immer wieder Menschen begegne, deren Geschichte Spuren hinterlassen hat und die sich irgendwann fragen:
"Warum belastet mich das eigentlich noch immer?"
Sie sagen: "Eigentlich müsste ich doch längst darüber hinweg sein", "Warum reagiert mein Körper immer noch so?" oder "Ich verstehe gar nicht, warum mich das noch so belastet."
Kennst Du solche Gedanken selbst?
Vielleicht gab es in Deinem Leben Situationen, die längst vergangen sind und trotzdem reagiert Dein Körper manchmal so, als wäre etwas davon noch immer gegenwärtig.
Ein Geruch, ein Geräusch, ein bestimmter Moment, eine Erinnerung oder manchmal etwas scheinbar völlig Unbedeutendes und plötzlich ist da eine innere Unruhe, Anspannung, Erschöpfung oder dieses schwer erklärbare Gefühl, nicht ganz sicher zu sein, obwohl doch eigentlich alles in Ordnung scheint.
Lange Zeit habe ich geglaubt, dass mein Körper manchmal einfach "zu empfindlich" reagiert.
Gerade nach all dem, was ich in meinem Leben erlebt habe, erschien mir manches übertrieben oder nicht logisch erklärbar. Heute sehe ich das anders.
Nun glaube ich, dass unser Körper eine Geschichte erzählt.
Keines Falls, um uns zu ärgern oder gegen uns zu arbeiten, sondern weil er unglaublich klug ist und sich erinnert an das, was einst wichtig war.
Ich selbst bin kurz nach einem Autounfall auf die Welt gekommen, den meine Eltern wegen Glatteis hatten.
Viele Jahre habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht. Doch irgendwann begann ich mich zu fragen, was ein System wohl speichert, wenn bereits der Beginn des Lebens von Stress, Unsicherheit oder vielleicht sogar Angst begleitet wird.
Nicht als bewusste Erinnerung, denn daran erinnern können wir uns meist nicht, aber vielleicht als Erfahrung, die irgendwo im Körper abgelegt wurde.
Heute glaube ich, dass unser Körper manchmal Unterstützung braucht, um Erfahrungen, die einst überwältigend waren, nach und nach in mehr Sicherheit wandeln zu dürfen.
Später kam meine Hirntumor-Operation, eine Zeit, die mein Leben tief verändert hat. Auch wenn vieles irgendwann medizinisch überstanden war, habe ich erst im Nachhinein verstanden, wie viel ein Nervensystem in solchen Phasen leisten muss.
Wie wachsam ein Körper wird, wenn plötzlich etwas geschieht, das existenziell wirkt.
Hinzu kamen mehrere anaphylaktische Schocks, Momente, in denen mein System lernen musste, dass Gefahr manchmal plötzlich auftaucht. Ohne Vorwarnung. Von einer Sekunde auf die andere.
Wenn ein Körper solche Erfahrungen macht, überrascht es mich heute nicht mehr, dass er später vorsichtiger wird, schneller reagiert oder empfindsamer auf Belastungen antwortet.
Genau hier habe ich für mich erfahren, wie wertvoll regelmäßige Frequenzbegleitung sein kann.
Denn ein System, das über lange Zeit gelernt hat, wachsam zu sein, braucht oft ebenso Zeit, um wieder Vertrauen zu entwickeln.
Aus meiner Erfahrung geschieht Veränderung selten über Nacht.
Vielmehr darf ein Körper Schritt für Schritt erleben:
- Es ist heute anders.
- Ich bin sicher.
- Ich muss nicht mehr dauerhaft im Alarm bleiben.
Gerade die regelmäßige Begleitung mit Frequenzen empfinde ich dabei als etwas sehr Wertvolles. Es wird natürlich nicht einfach etwas "weggezaubert", sondern weil damit einem Körpersystem, welches über einen längeren Zeitraum immer wieder sanfte Impulse erhält, eine Rückkehr in die Stabilität, Regulation und innere Ordnung ermöglicht werden kann.
So wie ein Fundament, das langsam wieder tragfähig wird und manchmal entsteht genau dadurch etwas, das viele Menschen kaum noch kannten, das Gefühl, sich und seinem Körper endlich wieder Vertrauen schenken zu können.

Und erst vor kurzem durfte ich
etwas erleben, das mich noch einmal tief berührt und nachdenklich
gemacht hat.
Ich konnte beobachten, wie eindrucksvoll sich ein
Schießtrauma bei mir auf körperlicher Ebene gezeigt hat.
Nicht als
Erinnerung im klassischen Sinne und auch nicht in Form eines bewussten
Gedankens, sondern vielmehr als Reaktion meines Körpers.
Als würde ein
Teil meines Systems noch immer versuchen, Schutz herzustellen, obwohl
ich dieses Erlebnis selbst nie erfahren habe.
Was sich zeigte, führte
mich auf eine Spur, die mich bis heute tief bewegt.
Ein Ahnenthema.
Eine Geschichte, die nicht in meinem eigenen Leben begonnen hat und
dennoch in meinem Erleben spürbar wurde.
Plötzlich stand da diese
leise, fast ehrfürchtige Frage in mir:
"Wie viel von dem, was wir
tragen, gehört vielleicht gar nicht nur zu unserer eigenen Geschichte?"
Unsere
Eltern, Großeltern und Urgroßeltern haben Zeiten erlebt, die wir uns
heute oft kaum noch vorstellen können.
Krieg, Verlust, Flucht,
existenzielle Ängste, unausgesprochene Trauer, Schicksalsschläge oder
Familiengeheimnisse, über die niemals gesprochen wurde.
Früher musste
oft einfach funktioniert werden. Gefühle hatten wenig Raum.
Schmerz
wurde nicht verarbeitet, sondern weggeschoben und ignoriert und manches
blieb vielleicht unausgesprochen über Generationen hinweg bestehen.
Mich
berührt der Gedanke sehr, dass ein System womöglich nicht nur unsere
eigenen Erfahrungen erinnert, sondern manchmal auch die Geschichten
jener Menschen, die vor uns gegangen sind.
Vielleicht zeigen sich manche
Ängste, innere Unruhen oder Schutzmechanismen nicht deshalb, weil mit
uns etwas nicht stimmt, sondern weil unser Familiensystem einst lernen
musste, wachsam zu sein, stark zu bleiben oder zu überleben.
Gerade
in meiner Arbeit begegnet mir immer wieder, wie tief solche Themen
reichen können.
Wie sich plötzlich ein roter Faden zeigt.
Glaubensmuster, die scheinbar "einfach da" sind.
Ein tiefes Misstrauen,
das niemand erklären kann.
Eine Angst vor Sichtbarkeit.
Das Gefühl,
immer stark sein zu müssen oder diese leise, kaum greifbare Traurigkeit,
für die es im eigenen Leben manchmal keine erkennbare Ursache gibt.
Und
vielleicht liegt genau darin etwas unglaublich Hoffnungsvolles.
Denn
wenn wir beginnen hinzuschauen, entsteht oft etwas Neues:
- Verständnis.
- Mitgefühl.
- Bewusstheit.
Natürlich nicht, um Schuld zu suchen und auch nicht, um alles
beweisen zu müssen.
Sondern um zu erkennen, dass manches vielleicht nie
"falsch" war, sondern einst eine wichtige Schutzstrategie eines
Systems, das überleben wollte.
Und, was meinst Du, vielleicht dürfen wir genau hier
in unserer Generation beginnen, etwas in Frieden zu bringen.
Nicht gegen
unsere Geschichte, eher in Würdigung dessen, was war und mit der leisen
Entscheidung, dass etwas Schweres nicht länger allein getragen werden
muss.
Und vielleicht sind wir deshalb manchmal nicht erschöpft, weil
uns Energie fehlt, sondern weil unser System über Jahre oder Jahrzehnte
unglaublich viel geregelt hat und über seine Grenzen gegangen ist.
Ich
empfinde es immer so, als ob die Lampe bei meinem Körperakku rot
leuchtet und es ewig lange dauert, bis er aufgeladen und wieder im
grünen Bereich ist.
In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, wie
entlastend es für Menschen ist, wenn sie beginnen, ihren Körper nicht
länger als Gegner zu sehen.
Wenn aus dem Gedanken "Was stimmt nicht mit
mir?" langsam eine andere Frage wird: "Was hat mein System vielleicht
lange gestresst und für mich ausgeglichen?"
Allein dieser
Perspektivwechsel verändert oft schon etwas.
Denn plötzlich geht es
nicht mehr darum, sich selbst zu reparieren oder gegen Symptome
anzukämpfen.
Es entsteht Mitgefühl, Verständnis und manchmal auch eine
große Erleichterung.
Ich glaube heute zutiefst daran, dass unser
Körper nicht vergisst.
Er ist wie ein Geschichtsbuch, in dem alles was
uns Wiederfahren ist, nachgelesen werden kann.
Und ich glaube, dass
er eine unglaubliche Fähigkeit besitzt, wieder Sicherheit zu finden,
wenn wir beginnen, ihm zuzuhören, statt ihn ständig zu übergehen und
dies ist ein lohnenswertes Kapitel.
Vielleicht ist Dein Körper
deshalb nicht das Problem. Vielleicht versucht er nur schon sehr lange,
Dich zu beschützen und kann es sein, dass Veränderung in dem
Moment beginnt, in dem wir aufhören zu kämpfen, anfangen ihm zuzuhören
und ihn zu verstehen!?
Und eventuell fragst Du Dich jetzt: "Kann so etwas wirklich möglich sein?"
Spannend finde ich, dass sich inzwischen auch die Wissenschaft zunehmend mit solchen Fragen auseinandersetzt. Die Epigenetik beschäftigt sich damit, wie Erfahrungen, Stress oder belastende Lebensumstände Spuren hinterlassen können, manchmal sogar über Generationen hinweg.
Besonders bei Themen wie Krieg, Flucht, Hungersnöten oder tiefen Traumata gibt es Hinweise darauf, dass Erlebtes Familien über lange Zeit prägen kann.
Für mich persönlich fühlt sich die Epigenetik wie eine stille Brücke an zwischen dem, was ich selbst erlebt habe und dem, was ich über viele Jahre in der Begleitung von Menschen wahrnehmen durfte.
Für mich war es eine berührende Bestätigung.
Denn vieles von dem, was ich selbst erlebt habe, fühlte sich plötzlich weniger unerklärlich an.
Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen denke ich, dass unser persönliches Geschichtsbuch nicht nur die Kapitel unseres eigenen Lebens trägt, sondern manchmal auch leise Spuren jener Geschichten, die in unserer Familie lange vor uns begonnen haben.
Von Herzen liebe gedankenvolle Grüße
Katrin

