Verbunden in der Trauer, wenn ein Mensch fehlt und die Liebe bleibt

13.10.2026

Es gibt Begegnungen, deren Bedeutung erst mit der Zeit sichtbar wird. 
Ein Mensch gehört zu unserem Leben, wir sprechen miteinander, begegnen uns unterwegs, sind füreinander da. 

Aus dieser Vertrautheit wächst eine Verbundenheit, die sich kaum in Worte fassen lässt und wenn dieser Mensch stirbt, wird spürbar, wie viel Platz er in unserem Herzen eingenommen hat.

2022 bin ich in eine sehr persönliche und intensive Sterbebegleitung hineingeraten. 

Ich kannte die ältere Dame schon seit Jahren und hatte ihr mehrfach meine Hilfe angeboten. Lange wollte sie ihren Weg allein bewältigen. 
Erst in der letzten Phase ihres Lebens, als ihre Situation es kaum noch anders zuließ, nahm sie meine Unterstützung an.
Ihr wurde sehr spät bewusst, wie viel sie noch zu regeln hatte. Dinge, die Aufmerksamkeit und Entscheidungen verlangten, während ihre Kräfte bereits nachließen. 
Da war niemand aus der Familie, der ihr diese Aufgaben abnehmen konnte. 
So stand ich bei wichtigen Terminen an ihrer Seite auch beim Gespräch mit dem Bestatter. 
Wir beschäftigten uns mit ihrem Abschied, während sie noch mitten unter uns war.
Diese Frau hat mich sehr beeindruckt. Während unserer gemeinsamen Zeit ist sie mir tief ans Herz gewachsen. 
Aus meiner Unterstützung wurde eine Nähe, die sich für mich wie Familie anfühlte.

Ich hatte mich verabschiedet und konnte es trotzdem kaum begreifen
Am Nachmittag war ich noch bei ihr gewesen. 

Etwa drei Stunden später stand ich gemeinsam mit Ingo im Krankenhaus und wir verabschiedeten uns von ihr. 
Da sie keine Angehörigen mehr hatte, war der Anruf bei mir eingegangen: Sie hatte die Welten gewechselt.
Zwischen unserem letzten Zusammensein und diesem Abschied lagen nur wenige Stunden. Eben war sie noch da gewesen. 
Nun stand ich vor einer Wirklichkeit, die ich sehen konnte und innerlich kaum erfasste.
Sie hatte sich keine Trauerfeier gewünscht. Auch auf ihrem letzten Weg waren Ingo und ich die Einzigen, die sie begleiteten. 

Als wäre es gestern gewesen, sehe ich mich noch durch den Ruhwald gehen, ihre Urne in meinen Armen, ein Mantra singend.

Diese Erinnerung ist bis heute sehr lebendig. Ich war an ihrer Seite gewesen, hatte mich verabschiedet und sie auf ihrem letzten Weg getragen. Dennoch blieb dieses unbegreifliche Gefühl: Wie kann ein Mensch, der so vertraut war, auf einmal im Alltag fehlen?

Ich konnte sie nicht mehr anrufen. Ich würde ihr unterwegs nicht mehr begegnen. Es würde kein neues Gespräch mit ihr geben. Das wusste ich. Doch in mir lebte die Vertrautheit weiter, mit der ich jederzeit mit ihr gerechnet hatte.

Wenn das Herz noch mit einer Begegnung rechnet
In den ersten Monaten habe ich sie überall wiederzuerkennen geglaubt.
Tauchte in der Ferne eine zierliche ältere Frau mit einem Mantel auf, war da sofort dieses vertraute Gefühl.
Für einen kurzen Augenblick freute ich mich, sie zu sehen.
Dann kam die Erinnerung zurück. Sie konnte es nicht sein.

Dieser Wechsel hat mich tief getroffen. Erst die Freude, ganz unmittelbar, noch bevor ein bewusster Gedanke entstand. Dann das erneute Begreifen ihres Todes. Mitten auf der Straße, mitten in einem gewöhnlichen Tag war ihr Fehlen wieder da.
Für mich fühlte es sich an, als würden mein Wissen und mein inneres Erleben in unterschiedlichem Tempo gehen. 
Ich kannte die Tatsachen. Zugleich erwartete etwas in mir noch ihre vertraute Gestalt, ihre Stimme, die Möglichkeit einer Begegnung.
Auch heute vermisse ich sie sehr. Unsere Verbundenheit ist geblieben und es ist für mich noch immer schwer zu begreifen, dass ich nicht einfach zum Telefon greifen und sie anrufen kann.

Wenn Du einen Menschen verloren hast, kennst Du dieses Erleben womöglich aus Deinem eigenen Alltag. 
Du möchtest etwas erzählen und denkst erst beim Griff zum Telefon daran, dass dieses Gespräch nicht mehr möglich ist. 

Du hörst einen Satz, siehst einen vertrauten Ort oder entdeckst etwas, worüber Ihr gemeinsam gelacht hättet. 
Für einen Augenblick ist die Nähe ganz selbstverständlich. Dann spürst Du die Lücke wieder.
Wie tief solch ein Verlust in unser Leben hineinreicht, wird in diesen unscheinbaren Augenblicken besonders deutlich.

Deine Trauer darf ihren eigenen Ausdruck finden
Für mich war ihr Tod, als hätte ich ein enges Familienmitglied verloren.
Unsere Beziehung hatte keine familiäre und dennoch war sie für mich von großer Bedeutung. 

Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie wenig ein Verwandtschaftsgrad darüber aussagt, wie sehr uns ein Abschied berührt.
Du darfst um einen Menschen trauern, der Dir wichtig war.
Auch wenn andere Eure Nähe kaum kannten, wenn der Abschied lange zurückliegt und ebenso, wenn Du viel Zeit mit ihm verbringen und noch vieles aussprechen konntest.
Ein bewusster Abschied kann kostbar sein. 

Bei mir hat er neben dem Vermissen seinen Platz gefunden. Die Erinnerungen an unsere letzte gemeinsame Zeit sind geblieben und auch die Sehnsucht nach einem ganz gewöhnlichen Gespräch mit ihr.
Trauer kann sich in Tränen zeigen, in Stille, in Wut oder in dem Wunsch, sich zurückzuziehen. 
An einem Tag ist das Erzählen wohltuend, an einem anderen fehlen die Worte. 

Auch Dankbarkeit und Schmerz können dicht beieinanderliegen.
Ich kann dankbar sein, dass ich sie begleiten durfte und zugleich traurig darüber, dass sie fehlt.
Dafür möchte ich Raum lassen. Ohne eine Vorstellung davon, wie Trauer aussehen oder wann sie vorüber sein sollte.

FrequenzKreis Trauer: Verbunden in der Trauer

Aus dieser Haltung heraus ist der FrequenzKreis Trauer: Verbunden in der Trauer entstanden. Meine eigene Erfahrung ist in die Zusammenstellung eingeflossen.
Das Vermissen, die Nähe, das Unbegreifliche und die Frage, wie das eigene Leben mit diesem Verlust weitergehen kann.
Die Frequenzanwendung ist als ergänzende energetische Begleitung gedacht. Im Mittelpunkt stehen Themen wie innerer Halt und Geborgenheit, ein liebevoller Umgang mit den eigenen Gefühlen und die Aufmerksamkeit für das, was Du gerade brauchst.
Bei der Zusammenstellung war mir besonders wichtig, auch dem Unwirklichkeitsgefühl Raum zu geben. 


Diesem inneren Erleben, das noch mit einer vertrauten Begegnung rechnet. Ebenso habe ich die Gefühlswellen der Trauer, Erschöpfung und das Bedürfnis nach Ruhe berücksichtigt. 
Andere Themen widmen sich Selbstvorwürfen, ungesagten Worten und der Möglichkeit, schöne Erinnerungen neben den schmerzhaften letzten Bildern wieder wahrzunehmen.
Auch die Verbundenheit hat ihren Platz. 

Was hat dieser Mensch Dir mitgegeben? 

Welche Erinnerung wärmt Dich? 

Was von Eurer gemeinsamen Zeit möchtest Du in Deinem Leben weitertragen?

Das sind Themen und Anliegen meines Frequenzwirkens. Wie Du die Anwendung erlebst, ist persönlich.

Gemeinsam empfangen, ganz persönlich erleben bedeutet für diesen FrequenzKreis:
Es gibt ein gemeinsames Thema und Du bringst Deine eigene Geschichte mit. 
Deine Beziehung, Deine Erinnerungen und Dein Empfinden dürfen darin ihren Platz haben.

Die Verbindung darf bleiben, während Du weiterlebst
Ich trage diese Frau bis heute in meinem Herzen. 
Wenn ich an sie denke, gehören das Vermissen und die Erinnerung an unsere Nähe zusammen. Auch das Bild von ihrem letzten Weg durch den Ruhwald ist ein Teil unserer Geschichte geworden.
Weiterzuleben kann bedeuten, dieser Beziehung einen Platz im eigenen Leben zu geben. Über den Menschen zu sprechen, seinen Namen zu nennen, Erinnerungen zu bewahren oder etwas weiterzutragen, das durch ihn wichtig geworden ist.
Dabei darf auch das eigene Leben wieder Aufmerksamkeit bekommen. Eine wohltuende Begegnung, Freude an der Natur, ein Lachen, das unerwartet kommt. Solche Augenblicke dürfen neben der Trauer bestehen. Die Bedeutung eines geliebten Menschen bleibt auch an einem Tag erhalten, an dem Du Dich leicht fühlst.

Für den FrequenzKreis wünsche ich mir, dass Du Dir eine bewusste Zeit für Dich schenken kannst. Eine Zeit, in der Du Dein Empfinden ernst nehmen und Deinen Bedürfnissen zuhören darfst. Mit allem, was heute da ist.

Die Anwendung versteht sich als ergänzendes Angebot zur persönlichen Selbstfürsorge.
Von Herzen möchte ich Dir mitgeben: Du musst einen geliebten Menschen nicht aus Deinem Herzen verabschieden, um Deinen weiteren Weg zu gehen. Du darfst ihn vermissen, von ihm erzählen und seine Bedeutung bewahren und Du darfst Dich dabei auch Deinem eigenen Leben wieder zuwenden.

FrequenzKreis Trauer: Verbunden in der Trauer. 
Eine Einladung, Dir selbst mit Liebe zu begegnen und Deiner Verbundenheit Raum zu schenken.

"Je schöner und voller die Erinnerungen, 
desto schwerer die Trennung."
(Dietrich Bonhoeffer)

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