Wenn der Körper müde ist, aber die Seele wach. Ein anderer Blick auf Erschöpfung

Kennst Du dieses Gefühl?
Du schläfst, Du ruhst und doch bist Du müde?
Nicht diese angenehme Müdigkeit nach einem erfüllten Tag, sondern eine Tiefe, die sich nicht ausschlafen lässt.
Der Körper fühlt sich schwer an.
Träge.
Manchmal wie aus Watte.
Und gleichzeitig ist da etwas in Dir, das wach ist.
Klar.
Spürend und vielleicht sogar suchend.
Viele meiner Klienten beschreiben mir momentan genau diesen Zustand.
"Ich kann nicht mehr und innerlich bin ich doch so präsent."
Vielleicht liegt es nicht an Dir
Erschöpfung wird schnell bewertet.
Als Schwäche.
Als mangelnde Belastbarkeit.
Als etwas, das "weg" sollte.
Doch was, wenn Deine Erschöpfung kein Zeichen von Versagen ist?
Was, wenn sie Ausdruck von etwas ganz anderem ist?
Viele sensible, feinfühlige Menschen tragen lange.
Sie halten aus.
Sie funktionieren.
Sie spüren viel und stellen sich selbst oft hinten an.
Irgendwann zieht der Körper die Notbremse.
Nicht, um Dich zu bestrafen, sondern um Dich zu schützen.
Vielleicht bist Du nicht zu schwach.
Vielleicht warst Du einfach zu lange stark.
Körper und Seele sprechen unterschiedliche Sprachen
Der Körper spricht über Müdigkeit, über Schwere, über Rückzug.
Die Seele hingegen bleibt oft wach.
Sie weiß, dass etwas nicht mehr stimmig ist.
Sie spürt, dass Veränderung ansteht, auch, wenn der Körper noch nicht folgen kann.
Das kann sich widersprüchlich anfühlen. und doch gehört es zusammen.
Der Körper braucht Ruhe.
Die Seele braucht Wahrheit und beides darf gleichzeitig da sein.
Warum klassische Lösungen oft nicht greifen
Viele meiner Betroffenen, haben schon viel ausprobiert.
Mehr Schlaf, Urlaub und Entspannungstechniken. Manches hilft kurzfristig, doch die tiefe Erschöpfung bleibt.
Nicht, weil etwas falsch gemacht wird, sondern weil Erschöpfung oft mehr ist als reine Überlastung.
Sie entsteht dort, wo innere Spannungen lange gehalten wurden.
Wo Grenzen immer wieder überschritten wurden.
Wo das Nervensystem nicht mehr in Sicherheit kommt.
Erschöpfung ist vielschichtig und sie braucht einen Blick, der weiter reicht als Symptome.
Was Erschöpfung wirklich braucht
Nicht noch mehr Druck.
Nicht noch mehr Optimierung.
Nicht das Gefühl, "besser funktionieren" zu müssen.
Erschöpfung braucht Sicherheit.
Raum und ein Gegenüber, das hält, ohne zu drängen.
Manchmal braucht es jemanden, der mit Dir hinschaut, ohne Dich verändern zu wollen.
Begleitung bedeutet nicht, repariert zu werden.
Begleitung bedeutet, nicht mehr alleine zu sein.
Ein Blick aus meiner Arbeit
In meiner Begleitung erlebe ich immer wieder, dass Menschen aufatmen, wenn sie nicht mehr erklären müssen, warum sie müde sind.
Wenn ihr Erleben nicht bewertet wird.
Wenn Körper, Seele und Energie gemeinsam betrachtet werden dürfen.
Es geht nicht darum, schneller wieder "leistungsfähig" zu sein, sondern darum, sich selbst wieder zu spüren.
Vielleicht ist Deine Erschöpfung kein Ende, vielleicht ist sie ein Übergang.
Ein Innehalten, ein leiser Hinweis, dass etwas Neues entstehen darf.
Nicht aus Druck., sondern aus der Verbindung von Deinem Körper und Deiner Seele.
Und vielleicht gestattest Du Dir, Dich auf diesem Weg begleiten lassen!?!

Ein sehr persönlicher Einblick von mir für Dich
Meinen Hirntumor hatte ich, so sagten es mir später die Mediziner, vermutlich schon von Geburt an.
Bemerkbar gemacht und gewachsen ist er in einer Zeit, in der ich selbst kaum noch Raum hatte.
Ich war in einer schwierigen, sehr herausfordernden Beziehung.
Nach neun Jahren Gemeinsamkeit habe ich mit 24 Jahren, voller Vertrauen, meine erste große Liebe geheiratet.
… und damit begann eine Zeit, die mich langsam von mir selbst entfernte.
Die Ehe hielt nur drei Jahre.
Geprägt von Vertrauensmissbrauch, von Betrogen- und Belogenwerden.
Und während im Außen alles irgendwie weiterlief, ging es mir gesundheitlich zunehmend schlechter.
Als ich mich schließlich trennte, wusste ich noch nicht, dass ich einen Hirntumor hatte.
Aber ich hatte dieses eine, sehr klare Gefühl in mir.
"Ich muss hier weg und zwar jetzt."
Drei Monate lang war ich obdachlos, d.h. ohne eigenes Zuhause.
Ich hütete das Haus meiner Eltern, während sie im Urlaub waren und durfte zeitweise bei einer Freundin oder sogar meinen Schwiegereltern unterkommen.
Meine Möbel und persönlichen Dinge ließ ich in Containern einlagern.
Heute weiß ich, hätte ich diese Beziehung nicht verlassen, hätte ich meine kritische Situation mit dem Hirntumor vermutlich nicht überlebt.
Ich glaube, meine Seele hatte zu diesem Zeitpunkt bereits aufgegeben und mein Körper tat alles, um mich wachzurütteln.
Als ich an einem Dienstag die Diagnose erhielt, wurde mir gesagt, dass es schon fünf nach zwölf ist.
Ich wurde am Freitag operiert, denn sonst hätte ich das Wochenende nicht überlebt.
Ich wünsche niemandem, eine solch intensive Erfahrung machen zu müssen.
Aber ich wünsche mir von Herzen, dass viele Seelen den Kontakt zu ihrem Körper nicht verlieren.
Das sie bei ersten Symptomen innehalten und sich fragen:
Was möchte mir mein Körper sagen?
Was braucht er wirklich?
Und was darf sich in meinem Leben verändern?
Ich habe erfahren und tief verinnerlicht, dass Krankheit oft die Sprache der Seele ist,
wenn andere Wege nicht mehr gehört werden.
Vor einiger Zeit wurde ich als Dolmetscherin der Seele bezeichnet.
Diese Worte haben mich sehr berührt.
Denn genau das ist mein Herzensanliegen.
Menschen dabei zu begleiten, die Sprache ihrer Symptome zu verstehen.
Manchmal reicht es, innezuhalten und dem eigenen Körper wieder Vertrauen zu schenken.
Deine Katrin ✨
